Wo sind die flinken Wiesel? - ZSZ, 16.9.2009

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Schönenberg: Der Naturschutzverein Schönenberg hat ein Wieselförderprojekt initiiert
Wie viele Wiesel es in der Region gibt und wo sie leben, ist nahezu unbekannt ?
daher möchte der Naturschutzverein die Tiere kartieren.
Simone Brunner


«Flink wie ein Wiesel» - die Redewendung wird dem kleinen Tier gerecht. Denn wer ein Wiesel sichtet, ist ein Glückspilz - so schnell und unbemerkt huschen die menschenscheuen Tiere durchs hohe Gras und Unterholz. Der Naturschutzverein Schönenberg sucht nun nach aufmerksamen Beobachtern der Natur. Im Rahmen eines schweizweiten Wieselförderungsprojekts möchte der Verein die Wieselarten Hermelin und Mauswiesel in der Region Schönenberg/Hirzel kartieren und deren Lebensraum erforschen. Ziel der Kartierung durch den Naturschutzverein Schönenberg ist es, den Lebensraum der Wiesel aufzuwerten, um den Populationsrückgang der scheuen Tiere zu stoppen. Dafür muss der Verein wissen, wo sich die Wiesel am liebsten aufhalten, und ist dabei auf Mithilfe aus der Bevölkerung angewiesen - wer ein Wiesel gesehen hat, soll sich melden und den Sichtungsort beschreiben.

Bereits fünf Sichtungsmeldungen

Der Aufruf an die Bevölkerung ist Anfang August ergangen. Seither sind bereits fünf Meldungen von Personen eingegangen, die ein Wiesel gesichtet haben, gibt Christof Elmiger vom Umweltbüro Fornat Auskunft. Drei der fünf Wiesel sind laut Christof Elmiger zwischen Mülistalden und Egg gesehen worden.

Wie viele Wiesel es in der Natur um Schönenberg gibt, kann Markus Hohl, Präsident des Naturschutzvereins Schönenberg, aber nicht einmal schätzungsweise sagen. Daher engagiert sich der Verein für die Erforschung der kleinen Tiere. «Man weiss so viel über Vögel, Schmetterlinge und andere Tiere. Aber über Wiesel weiss eigentlich niemand wirklich etwas», erklärt Markus Hohl sein Anliegen, die Bevölkerung für die Hermeline und Mäusewiesel zu sensibilisieren.

Dass das Projekt unter anderem in Schönenberg lanciert wird, ist kein Zufall. Laut Markus Hohl bietet die Region Schönenberg/ Hirzel den flinken Tieren einen geeigneten Lebensraum. Es sei eine der wenigen Regionen im Kanton Zürich, die noch relativ wenig zersiedelt und zerschnitten sind. Das heisst, dass die Wiesel um Schönenberg ein Gebiet finden, in dem sowohl Kulturland für die Mäusejagd wie auch wilde Natur für die Brut vorhanden ist und diese durch Vernetzungsflächen miteinander verbunden sind - nur wenige Strassen zerschneiden den Populationsraum der Wiesel, unbewirtschaftete Landstreifen verbinden die Lebensräume miteinander.

Wer sich zu den Glücklichen zählen möchte, die ein Wiesel zu Gesicht bekommen haben, muss sich in der Dämmerung auf die Pirsch machen. Wenn, dann sind sie laut Markus Hohl an Wald- oder Heckenrändern zu sichten, wo wilde Natur an wenig genutztes Kulturland grenzt.

Wer ein Hermelin oder ein Mauswiesel gesehen hat, soll seine Beobachtung eintragen unter www.stadtlandfluss.net/wieselnetz oder sich telefonisch melden bei Fornat, 043 244 99 60.

Präsentation Wieselprojekt an der Wildnis-Safari

Sonntag, 30. Mai 2010 – Präsentation des «Wieselprojekt» Schönenberg an der «Wildnis-Safari»

Wildnispark ZürichEine Veranstaltung des Wildnispark Zürich

Was ist die Wildnis-Safari?

Die Besucher konnten, begleitet von ausgewiesene Fachleute, die tierische und pflanzliche Vielfalt der Region selber entdecken und erforschen und an zahlreichen Ständen zu Amphibien, Baumarten, Fischen & Krebsen, aber auch zu Spinnen, Insekten, Pilzen und vielem mehr selber als ForscherIn aktiv werden. Die Präsentation fand beim Besucherzentrum Sihlwald statt.

Veranstaltung ins Wasser gefallen

Wegen Schlechtwetter musste der Stand im Schuppen des Besucherzentrums aufgestellt werden. Statt der erwarteten 5-10'000 Besucher waren es wegen des wirklich miesen Regenwetters nur etwa 1'000 insgesamt, verteilt auf die verschiedenen Standorte. Die am Besucher drängten sich darum nicht gerade um die Stände.

Deshalb konnten Markus Hohl und ich die Einzelpersonen und Familien ausführlich über unser Projekt informieren. Das Wieselprojekt wurde auf zwei grossen Postern vorgestellt. Die Leute interessierten sich vor allem für die Erstellung der Astburgen und die Kontrolle mittels des mitgebrachten Spurentunnels. Den Aufbau dokumentierten wir mit einer Fotoserie und im Modell.

Veranstaltungs-Plakat

Die Forschungsstände waren am Sonntag, 30. Mai von 12.30-16 Uhr geöffnet und befanden sich im Langenberg in Langnau a. A. sowie beim Besucherzentrum und entlang der Sihl in Sihlwald.

Wildnispark Zürich

Fotos

Da gibt es weiter wirklich nichts mehr zu sagen  
Wildnispark - Anfahrt Anfahrt
Wildnispark - Besucherzentrum Besucherzentrum
Wildnispark - entladen Material entladen
Wildnispark - Stand im Schuppen Stand im
Schuppen
Wildnispark - Verpflegungsstätte Verpflegung im
Trockenen

Präsentation Wieselprojekt im Schluchtalhof

Samstag/Sonntag, 26./27. Juni 2010 - Präsentation Wieselprojekt im Schluchhof, Wädenswil

Präsentation Wieselprojekt im Schluchhof - die Bilder --> Präsentation Wieselprojekt im Schluchhof - die Bilder

Wiesel-Förderprojekt: SchluchtalBei endlich einmal strahlend schönem Wetter ging der Tag der Offenen Tür am 26. und 27. Juni über die Open Air Bühne. Am Samstag war die Besucherzahl spärlich. Kein Wunder, viele genossen wohl den ersten freien Sommertag am See. Und wie man am Montag in der Zeitung nachlesen konnte, fanden am Wochenende eine Reihe anderer Veranstaltungen im Freien statt. Immerhin kamen am Sonntag etwa 80 Besucher auf den Hof, doppelt so viele wie am Vortag.

Nussknackermaschine mit BioantriebFür die eingeladenen Betreuer der Präsentationen im offenen Unterstand war es sicher vorteilhafter als für die Familie Fankhauser, die wenigen Gäste zu betreuen. Ich konnte sie ausführlich über den pionierhaften Charakter des Wieselförderprojektes informieren und so ihr Interesse wecken. So kam es gelegentlich zu interessantem Erfahrungsaustausch. Es bestätigte sich, dass Begegnungen mit dem Hermelin, sogar aus nächster Distanz, am häufigsten sind. Res Schelker (vom Nisthilfen-Betreuerteam) hatte vor seiner Ankunft, an der Autobahn im Neubüel, eine solche Begegnung. Familie Van de Wijs vom Zweierhof hatte auch schon ein Wiesel gesehen. Ich konnte Herrn Van de Wijs mit Spurenfotos von der Winterbegegnung mit einem Iltis überraschen: In der Wiese direkt vor seinem Haus hatten Ueli und ich bei der Nistkastenreinigung die Entdeckung gemacht.

Am Sonntag konnte ich die Stallbesichtigung mit den Mutterkühen und ihren Kälbern mitmachen, als Markus mit Familie Beller eintraf und mich ablöste.

Notfall mit Happyend

Als weitere Abwechslung gab es dann noch einen Notfall wegen einem verlassenen 3-wöchigen Hofkätzchen. Ich glaubte von einem früheren Fall bei mir einen Rest von Muttermilchersatz zu Hause zu haben, wurde aber erst beim Notfallarzt in Wädenswil fündig. Das Büsi bekam seinen Schoppen und schlief endlich zufrieden schnurrend ein, gut bewacht von besorgten Damen. Besonders die Schauspielerin Hanna Scheurig, welche die Hofrundgänge betreute, hatte ein grosses Herz für das Findelkätzchen und war spontan bereit, das Katzenbaby bei sich zuhause aufzuziehen.

Ein Blick in die Homepage vom Schluchtalhof verrät einiges mehr über diesen vorbildlichen Bio-Betrieb.

Zwischenbericht - Wieselförderprojekt Schönenberg

28. September 2010 - Zwischenbericht «Wieselförderprojekt Schönenberg»

Dateien:

In der Publikation «WINformation 4 · Dezember 2011» von «WIN – Ein Programm zur Förderung von Kleinkarnivoren» wird ausführlich über die drei folgenden Wieselförderprojekte berichtet:

Hermelin in der Fotofalle

  • Wieselförderprojekt in der Gemeinde Schönenberg (Kt. ZH),
    Bild rechts: eine seltenes Ereignis: Hermelin in der Fotofalle
  • Regionales Förderprojekt Pfaffnern-, Rot- und Wiggertal (Kt. AG + LU)
  • Pilotprojekt Kemmental (Kt. Thurgau)
Autor Franziska Schwab
Datum 25.01.2017
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Wiesel - weitere Sichtungen

Von Albert Eschmann, Landwirt im Rotenblatt erhielt ich Mitteilung von diversen interessanten Beobachtungen. Er konnte eine frühere Meldung von Sichtungen auf seinem Hof bestätigen. Demnach leben bei seinem Hühnerhof Wiesel, die bei ihrem Auftauchen die Hühner in Aufregung versetzen, diese aber nicht angreifen. Er meint auch ein Mauswiesel gesehen zu haben.

Weitere Beobachtungen meldete er vom Teufenbachweiher. Beim Zulauf zum Weiher bemerkte er Bewegungen in der Böschung, die er zuerst für Ratten hielt. Es waren aber Wiesel, vermutlich ein Weibchen mit ihren Jungen, die rasch wieder verschwanden, als sie ihn entdeckten. Die kurze Sichtung reichte nicht für eine genauere Bestimmung, es könnte sich um Hermeline gehandelt haben. Am Weiher sichtete er ausserdem seit letztem Herbst verschiedentlich Wasseramseln, aber auch Eisvogel und Blässralle.

Wieselförderprojekt im CH-WILDINFO

Publikation: CH-WILDINFO 1 vom Februar 2011

Im Frühling 2009 hat der Naturschutzverein Schönenberg ein Projekt zu Wieselförderung gestartet. In einem ersten Schritt wurde im vergangenen Jahr eine Populationsraumanalyse durchgeführt, um potenzielle Lebensräume zu identifizieren, in denen Fördermassnahmen für Hermelin und Mauswiesel umgesetzt wurden.

Bereits diesen Frühling konnten erste Massnahmen im Feld realisiert werden. Das Projekt kann nur dank der finanziellen Unterstützung des Zürcher Tierschutzes, der Fachstelle Naturschutz des Kantons Zürich, verschiedener Stiftungen, Migros Kulturprozent und des Naturschutzvereins Schönenberg durchgeführt werden.

Näheres erfahren Sie diesem ersten Zwischenbericht.

 

Autor FORNAT AG: Christof Elmiger, Yasemin Sieber, NVS: Dr. Markus Hohl, Felix Brandt
Datum 25.01.2017
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Schlussbericht - Wieselförderprojekt Schönenberg

November 2011 - Schlussbericht «Wieselförderprojekt Schönenberg»

Im Frühling 2009 hat der Naturschutzverein Schönenberg ein Projekt zu Wieselförderung gestartet. In einem ersten Schritt wurde im vergangenen Jahr eine Populationsraumanalyse durchgeführt, um potenzielle Lebensräume zu identifizieren, in denen Fördermassnahmen für Hermelin und Mauswiesel umgesetzt wurden. Seither wurden verschiedene Massnahmen zur Förderung der Wiesel umgesetzt, eine Erfolgskontrolle durchgeführt und die Bevölkerung in der Region auf die Situation der Wiesel aufmerksam gemacht.

Das Projekt konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Näheres erfahren Sie in diesem Schlussbericht.
Das Projekt konnte nur dank der finanziellen Unterstützung des Zürcher Tierschutzes, der Fachstelle Naturschutz des Kantons Zürich, verschiedener Stiftungen, Migros Kulturprozent und des Naturschutzvereins Schönenberg durchgeführt werden.

Autor FORNAT AG: Christof Elmiger, Yasemin Sieber, NVS: Dr. Markus Hohl, Felix Brandt
Datum 25.01.2017
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Wiesel als Zielarten in Vernetzungsprojekten

Dezember 2011 - Auszug aus: «WINformation 4 · Dezember 2011»

Hermelin in der Fotofalle«Ein Hermelin ist sogar in eine Fotofalle getappt, das ist aussergewöhnlich», freut sich Hohl.

«Unsere Fördermassnahmen – Ast- oder Steinhaufen – waren unproblematisch umzusetzen. Möchten wir Altgrasstreifen stehen lassen, Bäche öffnen oder einen Wildtierdurchlass bei einer Strasse bauen, dann ist die Realisierung anspruchsvoller», gibt Hohl zu bedenken. Einerseits seien die Verhandlungen mit Bauern sehr zeitaufwändig und darum in einem ehrenamtlich geführten Projekt schwierig, auch wenn Hermelin und Mauswiesel in Landwirtschaftskreisen «gut ankommen». Anderseits seien die finanziellen Möglichkeiten eines Naturschutzvereins beschränkt. «Wir hatten schliesslich Glück, dass Wiesel im Vernetzungsprojekt der Gemeinde als Zielarten definiert wurden und Förderungsmassnahmen für die kommenden sechs Jahre gesichert sind», erklärt Markus Hohl. In diesem Sinn schuf das Projekt gute Grundlagen. Und es haben sich Nachahmer gefunden. Die benachbarte Gemeinde Samstagern ist auch auf die Wiesel gekommen…